27. März 2017 Latido

ICD-10 und ICPC-2 in der Arztsoftware:
Zwei unterschiedliche Ansätze Diagnosen & Behandlungsanlässe in einer Arztsoftware zu dokumentieren

Durch die enge Zusammenarbeit mit Ärzten verschiedener Fachrichtung, ist das Latido Team während der Entwicklung der innovativen Arztsoftware schon früh auf das Thema ICD-10 und ICPC-2 in der Arztsoftware aufmerksam geworden. Eine strukturierte Führung der Patientenakte stellt eine Grundlage für eine effizienten Behandlung dar, erleichtert die Zusammenarbeit mehrerer Ärzte und macht auch wissenschaftliche Auswertungen möglich. Doch wodurch unterscheiden sich die beiden Klassifikationssysteme und mit welchem sollte man dokumentieren? Dieser Frage gehen wir in diesem Blogartikel nach.

Was ist ICD-10?

International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) ist ein von der Welt Gesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenes Diagnoseklassifikationssystem. Die aktuelle, 10. Ausgabe, wurde 1992 von der WHO herausgegeben und wird jährlich überarbeitet. Ein ICD-10-Code besteht aus zwei Teilen: dem fünfstelligen „Code“ und der Krankheitsbezeichnung als Text. Durch die einheitliche Codierung kann ICD-10 in der Arztsoftware problemlos in verschiedene Sprachen übersetzt werden. Die Codierung der Krankheiten erfolgt nach einem einheitlichen Schema. An erster Stelle steht ein Buchstabe, der grob die Erkrankung nach topographischen  bzw. ätiologischen Gesichtspunkten unterteilt. Die 2. und 3. Stelle definiert die Erkrankung näher. Nach einem Punkt folgen zwei weitere Stellen, die eine zusätzliche genauere Definition der Erkrankung erlauben. Am besten lässt sich dies an einem Beispiel veranschaulichen. Die ICD-10 Diagnose E11 steht „nur“ für Diabetes mellitus Typ2, wohingegen E11.30 für nicht entgleister Diabetes mellitus Typ 2 mit Augenkomplikationen verwendet wird.

Was ist ICPC-2?

Die International Classification of Primary Care in ihrer aktuell 2. Ausgabe (ICPC-2) ist ein Klassifkationssystem, welches von der World Organization of Family Doctors (WONCA) entwickelt wurde. Wichtig zu betonen ist, dass ICPC-2 als alternative Codierung speziell für die Primärversorgung entwickelt wurde, da sich die Einteilung primär an Organsystemen orientiert. Die aktuelle ICPC-Version wurde 2003 herausgegeben und im Jahre 2010 erneut überarbeitet. Die „biaxiale“ Struktur von ICPC-2 erlaubt die Klassifikation nach Symptomen, Vorgehen und Diagnosen, wodurch ICPC-2, im Gegensatz zu ICD-10, nicht als reines Diagnoseklassifkationssystem gesehen werden kann.

ICD-10 und ICPC-2 in der Arztsoftware

Weltweit bleibt ICD-10 in der Arztsoftware die Nummer 1 unter den benutzten Klassifikationssystemen. ICPC-2 wird in wenigen Ländern in der Arztsoftware genutzt (Basílio et al, 2016). Jedoch wird oft von niedergelassenen Ärzten – vor allem von Allgemeinmedizinern – kritisiert, dass sich durch ICPC-2 in der Arztsoftware der Arbeitsprozess und Verdachtsdiagnosen viel besser als durch ICD-10 darstellen lassen. Nichts desto trotz muss sich ICPC-2 auch der Kritik der Unvollständigkeit stellen, da hier nur Krankheiten mit einer hohen Prävalenz berücksichtigt werden.

Man kann nicht sagen welches Klassifikationssystem „besser“ ist, da dies neben der eingeschlagenen Fachrichtung auch von persönlichen Vorlieben abhängt, mit welcher Codierung man lieber arbeitet. In Deutschland ist die Codierung nach ICD-10 bereits Pflicht für alle Diagnosen, in Österreich nur für spezielle Überweisungen.

Mit Latido haben Sie in jedem Fall die Möglichkeit die Diagnosen Ihrer Patienten strukturiert zu dokumentieren. Für weitere Informationen legen wir Ihnen die Funktionen der Patientenkartei ans Herz.

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