23. Juli 2019 Latido

Insights Ordinationsgründung: Dr. Julian Marschalek – „Das richtige Konzept ist ein wesentlicher Faktor. Welche Patientin soll mich finden und warum gerade mich?“

Dr. Julian Marschalek, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, hat seine Wahlarzt-Ordination letztes Jahr in der Privatklinik Rudolfinerhaus im 19. Bezirk eröffnet. Wir haben ihn rund ein Jahr nach erfolgreicher Eröffnung in seiner Ordination besucht, um ihn zu seinen Erfahrungen rund um die Ordinationsgründung zu befragen. Im Interview verrät er uns, auf welche Sachen junge ÄrztInnen auf dem Weg in die Selbstständigkeit besonders Wert legen sollten.

Latido: Herr Dr. Marschalek, Sie sind am AKH Wien im Bereich der Endokrinologie und Reproduktionsmedizin tätig. Welche Leistungen bieten Sie aktuell in Ihrer Wahlarzt-Ordination an? Haben Sie sich mit Ihrer Ordination auf bestimmte Krankheitsbilder spezialisiert?

Dr. Julian Marschalek: Prinzipiell umfasst das Leistungsspektrum meiner Praxis alle Bereiche der Gynäkologie und Geburtshilfe, wenngleich der primäre Fokus meiner Arbeit im Bereich der Endokrinologie und Reproduktionsmedizin liegt.

Die Abklärung, Beratung und Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch zählt also zu den wichtigsten Schwerpunkten meiner ärztlichen Tätigkeit. Mit unerfülltem Kinderwunsch assoziierte Krankheitsbilder reichen von Hormonstörungen wie zB. PCO-Syndrom (anm. Syndrom der Polyzystischen Ovarien) über Endometriose, Myome sowie wiederholte Fehlgeburten. Das sind wohl die Krankheitsbilder, die ich am häufigsten sehe, wenngleich es natürlich viele andere ursächliche Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch geben kann.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie neben Ihrer Tätigkeit als Oberarzt im AKH eine Ordination führen möchten?

Eigentlich habe ich schon sehr früh – während meiner Ausbildungszeit – über eine Ordinationsgründung nachgedacht. Diese Gedanken haben sich dann als Facharzt konkretisiert und ich habe mich letztlich sehr rasch dazu entschlossen, den Schritt zu wagen.

Wie sind Sie vorgegangen, nachdem Sie den Entschluss zur Gründung Ihrer eigenen Ordination gefasst haben? Haben Sie sich einen Plan zurechtgelegt für die Umsetzung Ihrer Vision? Haben Sie mit KollegInnen gesprochen, welche bereits eine eigene Ordination führen?

Selbstverständlich! Zuerst habe ich mit erfahrenen KollegInnen gesprochen und mir Tipps geholt, gefragt was sie heute anders machen würden. Dann wurde ich von KollegInnen beraten, die erst kürzlich eine Ordination aufgemacht hatten. So konnte ich letztlich gut filtern, welche Infrastruktur ich unbedingt brauche und was ich vorerst (noch) aufschieben kann.

Wie haben Sie sich eine Übersicht über die für die Ordinationsgründung erforderlichen Dinge verschafft? Haben Sie ein Seminar der Ärztekammer besucht oder haben Sie online recherchiert?

Ein Seminar habe ich nicht besucht, aber die Ärztekammer war bei Fragestellungen immer sehr hilfreich. Recherchiert habe ich primär online und natürlich sehr viele KollegInnen befragt.

Haben Sie sich zu steuerrechtlichen, betriebswirtschaftlichen oder rechtlichen Themen beraten lassen? 

Ja, das war natürlich notwendig! Auch hier habe ich Erkundigungen über die Ärztekammer und meinen Steuerberater eingeholt.

Welche Hürden waren am Anfang die größten für Sie?

Mir ein Konzept zurechtzulegen – heutzutage ist es meines Erachtens nach nicht mehr möglich, das gesamte Fachgebiet der Frauenheilkunde gleich gut abzudecken. Spezialisierung ist wichtig – und genauso wichtig ist es, seine fachlichen Grenzen zu kennen. Es war also insbesondere am Anfang für mich schwierig, meinen (Internet-)Auftritt festzulegen, um ein bestimmtes Patientinnenkollektiv zu bedienen, das sich natürlich auch angesprochen fühlen soll. Erfreulicherweise haben mich hier viele Menschen aus meinem beruflichen und privaten Umfeld sehr unterstützt und beraten.

Ihre aktuelle Ordination befindet sich im Ordinationszentrum der Privatklinik Rudolfinerhaus. Warum haben Sie sich für ein Ordinationszentrum entschieden? Bieten Ordinationszentren für junge WahlärztInnen Vorteile? Gibt es von Seiten der Privatklinik Rudolfinerhaus besondere Angebote für junge WahlärztInnen?

Für mich war es der richtige Schritt, sich in ein Ordinationszentrum einzumieten. Der wesentliche Vorteil besteht für mich darin, bereits eine eingerichtete Infrastruktur zu haben. Somit entfallen teure Neuanschaffungen wie Ultraschallgerät und andere Untersuchungsgeräte. Da sieht man dann auch gerne darüber hinweg, dass vielleicht die Ordinationsräumlichkeit nicht ganz so eingerichtet ist, wie man es selbst gerne gestaltet hätte.

Ich denke, dass viele Privatkliniken – wenn ein Bedarf an FachärztInnen bestimmter Fachrichtungen besteht – attraktive Angebote in der Schublade haben, um jemanden für sich zu gewinnen.

Welche Infrastruktur können Sie vor Ort im Rudolfinerhaus nutzen? 
Ich habe einen gut ausgestatteten Ordinationsraum mit allem, was ein Gynäkologe so braucht: Untersuchungsstuhl, Liege, ein sehr gutes Ultraschall-Gerät, ein gut sortiertes Instrumentarium, PC, etc. Auch die Terminvergabe über das Rudolfinerhaus wäre möglich.

Für den Fall, dass eine weiterführende stationäre Behandlung oder Operation nötig ist, ist es selbstverständlich von Vorteil, dass man sich bereits in einem Krankenhaus befindet – die Wege für die Patientinnen sind dementsprechend kurz.

Wie konnten Sie am Anfang Patienten gewinnen?

Ich denke, das war so wie es bei allen war: Die ersten Patientinnen kamen auf Zuweisung befreundeter KollegInnen zu mir. Waren Patientinnen und ZuweiserInnen zufrieden, bekam ich wieder eine Patientin zugewiesen: die erzählt es ihren Freundinnen und so nimmt das ganze seinen Lauf. Auch der Internetauftritt und Werbung helfen natürlich.

Wie erwähnt, spielt der Webauftritt eine wesentliche Rolle. Haben Sie Ihre Website und Ihr Logo selbst gestaltet?

Ja, die Website habe ich aus Kostengründen selbst gestaltet, auch das initiale Konzept meines Logos – das wurde dann allerdings von einer Werbegraphikerin angepasst. Der Plan war auch hier, mit der Zeit professioneller zu werden.

Nutzen Sie DocFinder um neue Patientinnen zu gewinnen?

Ja, Docfinder scheint ein gutes Tool für Werbung zu sein, wenngleich ich zugeben muss, dass die Anzahl an Patientinnen die ausschließlich über Docfinder den Weg in die Ordination gefunden haben, überschaubar ist. Betrachtet man allerdings die monatlichen Aufrufe des Profils, scheinen Patientinnen dieses Tool schon als Informationsquelle zu nutzen.

Wann haben Sie sich dazu entschlossen, eine Ordinationssoftware zu verwenden und warum?

Eigentlich von Anfang an – nicht zuletzt aufgrund der neuen Datenschutz-Grundverordnung. Hier war mir eine rechtlich saubere und sichere Lösung extrem wichtig.

Nun gibt es zahlreiche Anbieter von Arztsoftware-Lösungen. Wie haben Sie die richtige Lösung gefunden? Haben Sie im Internet recherchiert bzw. KollegInnen befragt?

All das – ich habe sowohl recherchiert als auch KollegInnen befragt und folglich auch diverse Produkte getestet.

Zu unserer Freude haben Sie sich für Latido entschieden. Was hat Sie an Latido am überzeugt?

Ehrlich gesagt war für mich das junge und enthusiastische Team ausschlaggebend – es war für mich klar, dass bei Latido ein großer Aufwand betrieben wird, innovativ zu sein und auch spezielle Erfordernisse des Nutzers umsetzen zu wollen. Unter Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen, von jedem internetfähigen Endgerät auf seine Ordinationsdaten zugreifen zu können, ist natürlich sehr vorteilhaft. Theoretisch könnte man vom Urlaubsstrand aus einen Arztbrief bearbeiten … sofern man das im Urlaub will 😉

Welche Funktion von Latido ist für Sie als Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe die wichtigste?

Ich nutze die Dekurs-Funktion sowie die automatische Erstellung von Zuweisungen am meisten. Am hilfreichsten ist aber die strukturierte Karteiübersicht. Hier habe ich immer die relevanten Informationen zu meinen Patientinnen auf einen Blick parat.

Wie schnell haben Sie sich an unsere Software gewöhnt? War der Start schwierig für Sie? Hatten Sie Bedenken vor dem Start? 

Bedenken hatte ich keine. Natürlich muss man sich erst in ein neues Programm einarbeiten – das ging aber schnell: nach ca. 2 Ordinationstagen war ich schon doppelt so schnell bei der Erstellung der Anamnese und beim Anlegen einer neuen Patientin. Heute läuft das ganz automatisiert ab.

Würden Sie Latido Ihren KollegInnen weiterempfehlen und warum?

Das habe ich schon – mehrfach. Ich finde es ist insbesondere für FrauenärztInnen ein großartiges Programm, es bedient hier jegliche Sub-Spezialisierung. Spezielle Formulare und Bedürfnisse der Nutzer werden ehestmöglich vom Entwicklerteam umgesetzt – in meinem Fall die Erstellung eines Formulars für Stimulationsprotokolle im Rahmen einer künstlichen Befruchtung, oder ein Schwangerschaftsrechner. Und laufend kommen neue Funktionen hinzu. Ich nutze zum Beispiel die SMS-Terminerinnerungen, welche mit einem Update nach meinem Ordinationsstart mit Latido integriert wurden.

Welchen Rat würden Sie KollegInnen, welche gerade versuchen Ihre eigene Ordination aufzubauen, auf den Weg geben? 

Ich für meinen Teil denke, dass das richtige Konzept ein wesentlicher Faktor für den Erfolg einer Facharzt-Ordination darstellt. Von Anfang an sollte klar sein: Welche Patientin soll mich finden und warum gerade mich?

Herzlichen Dank für die Einblick und Ihre Erfahrungen zur Ordinationsgründung. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre Wahlarzt-Ordination. 

Dr. Julian Marschalek

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Ordination Privatklinik Rudolfinerhaus
Billrothstraße 78, 1190 Wien

Ordinationszeiten:

Freitags ab 16:00 Uhr oder nach Vereinbarung

Terminvereinbarung:

Tel.:+43 1 36 0 36 5900

E-Mail: ordination@dr-marschalek.at

Online über die Website: www.dr-marschalek.at



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